Der Fadenlauf ist eine Linie auf dem Schnittteil, die angibt, wie das Teil auf dem Stoff liegen muss. Sie verläuft parallel zum Kettfaden.
Stoff verhält sich nicht in jede Richtung gleich. In Kettrichtung gibt er kaum nach, quer dazu ein wenig, diagonal deutlich. Ein Teil, das gegen seine vorgesehene Richtung zugeschnitten wird, fällt anders, verzieht sich am Körper und kann sich nach der ersten Wäsche längen oder einlaufen. Der Fadenlauf verhindert, dass das aus Versehen passiert.
Eine gerade Linie mit einem Pfeil an jedem Ende, über die Länge des Teils gezogen. Beim Zuschnitt wird sie parallel zur Webkante gelegt. Liegt ein Teil im Bruch, übernimmt die Bruchkante diese Aufgabe.
Ein Zuschnitt im Winkel von fünfundvierzig Grad zur Kette ist ein Schrägschnitt. Der Stoff dehnt sich und fällt dann so, wie er im Fadenlauf nie fallen würde, und genau darauf bauen ein schräg geschnittener Rock oder ein Schrägband. Das ist eine Entscheidung und kein Versehen, und sie gehört genauso deutlich auf den Schnitt wie jeder andere Fadenlauf.
In PatternScan Pro setzt du den Fadenlauf im Editor, frei oder parallel zu einer Kante, und kannst das Teil in Schritten von 45 Grad drehen, bis es so liegt wie später auf dem Stoff. In der exportierten Datei ist der Fadenlauf eine eigene Linie und nicht Teil der Kontur.

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