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Aus der Praxis

Schnittmuster: Von der Idee zum Verkauf, so geht's!

So entwerfe ich meine Schnittmuster auf Papier, digitalisiere mit PatternScan Pro und verkaufe sie im online.

Maren Sievert

Co-Founder & Modedesignerin

February 17, 2026

5 Min. Lesezeit

Mit diesem Erfahrungsbericht möchte ich einen Einblick geben hinter die Kulissen, des aus unserer Sicht einfachste und schnellste Wegs von der Idee zum fertigen Schnittmuster in einem Online Shop.

Angefangen mit der Idee, über die Entwicklung des Schnitts, der Digitalisierung, dem Verkauf und der organischen Reichweite über YouTube.

Deshalb erstelle ich meine Schnitte analog

Ich mag total gerne die schlichte Umhängetasche von Uniqlo, aber die Arbeitsbedingungen der Fast Fashion Industrie, sind lange kein Geheimnis mehr. Es ist wunderbar, wie viele Menschen selber Nähen und für die wollte ich gerne ein Schnittmuster machen, welches gleichzeitig ausgefeilt und einfach umsetzbar ist.

Die am besten umsetzbaren Schnittmuster entstehen aus der Praxis, nicht am Computer. Davon bin ich überzeugt. Deswegen beginnt mein Prozess rein analog, mit Papier und Stoff. Ich wollte, dass die Tasche zwar einfach zu nähen ist aber trotzdem qualitativ hochwertig, das heißt: mit einer praktischen Innentaschen, Einschüben, verstellbarem Gurt und... vollständig verstürzt! (Das ist wichtig damit sich kein Dreck sammelt!)

Bild von der fertigen Tasche

Der Vorteil am analogen Arbeiten, mit Prototypen, Papier und Stoff ist, dass es haptisches Feedback gibt im Design, wie fühlt die Größe an, komme ich gut an die Innentasche, liegt die Tasche gemütlich? Die Schnittentwicklung, das ist das was mir mit am meisten Spaß macht.

Die Digitalisierung des Schnittmusters

Normalerweise wäre hier der Punkt, an dem es zäh wird und weshalb viele Schnitte heutzutage direkt am Computer erstellt werden: Abfotografieren, entzerren, digital nachzeichnen, Maße kontrollieren. Das kann bei einem Schnittmuster mit mehreren Teilen schnell einen ganzen Abend kosten.

Foto von einem Schnitteil der Tasche mit Referenz

Aus diesem Grund haben wir PatternScan Pro entwickelt, denn damit geht es richtig schnell. Ich habe die Schnittteile einzeln fotografiert gemeinsam mit der Referenz. Unsere App erkennt die Konturen automatisch, korrigiert die Perspektive und skaliert korrekt (Anleitung für Kalibrierungsprofil).

Das Bild wurde automatisch entzert, skaliert und die Konturen wurden erkannt

Ein paar Punkte habe ich manuell nachjustiert, vor allem an den Ecken. Insgesamt hat die Digitalisierung nur ein paar Minuten gedauert. Es macht mich jedes mal wieder froh die App zu benutzen, weil es gerade diese repetitive Arbeit des Digitalisierens war, die mich davon abgehalten hat eigene Schnittmuster zu veröffentlichen. Ich bin davon überzeugt, dass ich da nicht die einzige bin!

Exportiert habe ich als SVG das ist das flexibelste Format, wenn man das Schnittmuster danach noch in Illustrator oder einem anderen Vektorbasierten Programm aufbereiten will. Wenn das Schnittmuster nicht für einen Gegenstand ist, sondern für ein Kleidungsstück kann es sinnvoll sein als DXF zu exportieren um in einem CAD wie Grafis die Gradierung vorzunehmen.

Die Aufbereitung des Schnittmusters

Zwischen "digitalisiert" und "verkaufsfertig" liegt noch ein wichtiger Schritt: die Aufbereitung. Das mache ich in Illustrator (es geht aber auch in kostenlosen Tools wie Inkscape oder Affinity). Beschriftungen müssen ergänzt werden, die Schnittteile auf DIN A4 Seiten verteilt werden, mit einem Rahmen zum zusammenkleben (Anleitung dazu kommt bald!).

Das fertige Schnittmuster-PDF mit Teileliste und Markierungen

Nicht vergessen ein Größenquadrat zum nachmessen hinzuzufügen... etc. Am besten nochmal auf unsere Checkliste für gute Schnittmuster gucken (kommt bald!).

Damit das Schnittmuster richtig gut nachnähen werden kann ist eine gute Anleitung sehr wichtig. Das kann Text mit Bild oder Zeichnungen sein, oder natürlich ein Videotutorial, je nachdem was dir gut liegt. Das ist das Tutorial, welches ich zur Tasche aufgenommen habe (gibt's nur auf deutsch).

Thumbnail vom YouTube Video für die Umhängetasche

Der Verkauf auf Ko-fi

Für den Verkauf nutze ich Ko-fi. Die Einrichtung ist super schnell und einfach und es fallen ausschließlich Transaktionsgebühren an, gerade für den Einstieg eine richtig gute Lösung. Produkt anlegen dauert nur ein paar Minuten: Titel, kurze Beschreibung, Preis, PDF als Downloads hochladen, Vorschaubild, fertig und sofort online verfügbar.

Der Nachteil: Ko-fi hat keinen Marktplatz. Niemand stöbert dort nach Schnittmustern. Die Käufer kommen ausschließlich über meine YouTube-Videos zum Shop. Für mich funktioniert das, weil ich dort schon eine Community habe. Welcher Art von Shop für euch die beste Wahl ist erfahrt ihr in diesem Artikel.

Das Listing auf Ko-fi schlicht, aber ausreichend und wirklich unkompliiert erstellt.

Trau dich!

Der ganze Prozess: Entwurf, Digitalisierung, Aufbereitung, Listing, dauert natürlich etwas (es dauert ja immer alles länger als man sich das eigentlich vorstellt). Bei Kleidung kommt natürlich noch Gradierung und Testing in mehreren Größen dazu was den Prozess natürlich nochmal deutlich aufwendiger macht.

Einen guten Workflow zu haben, vom Entwurf bis zum fertigen Schnitt, ist super wichtig und spart langfristig super viel Zeit.

Wenn du selbst Schnittmuster entwirfst und überlegst, sie zu verkaufen, brauchst du im Grunde drei Dinge: ein gutes Schnittmuster, einen Weg es sauber zu digitalisieren und eine Plattform, die zu dir passt. Der Digitalisierungsschritt muss kein Blocker sein. Und der Verkauf auch nicht. Die Hürden sind heute niedriger als je zuvor.

Wenn du Fragen hast oder mir dein Ergebnis zeigen willst, schreib uns gerne auf Instagram @patternscanpro oder per Mail an mail@patternscan-pro.com.

Maren Sievert

Co-Founder & Modedesignerin

Maren studiert Modedesign an der HTW Berlin und näht seit über zehn Jahren. Sie kennt den Frust mit ungenauen Schnittmustern aus erster Hand und bringt die Perspektive der Anwenderin ein.

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