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Hinter den Kulissen

Unser Interview auf der größten Handarbeitsmesse Europas zum Nachlesen

Unser Rückblick auf die h+h cologne 2026: Gespräche mit Nutzenden, neue Ideen für die App und unser Interview in der Talk Zone über Schnittmuster Digitalisierung und die Zukunft von Handarbeit im Fashion Design.

Rasmus Liebscher

Co-Founder & Entwickler

25.03.2026

8

Min. Lesezeit

Die h+h cologne 2026 liegt hinter uns. Und wir sind immer noch voller Eindrücke.

Letztes Jahr sind wir zum ersten Mal auf die Messe gefahren, damals als Besucher. Wir kannten kaum jemanden, hatten eine App, die noch längst nicht fertig war, und wollten einfach verstehen: Gibt es Menschen, die das brauchen, was wir bauen? Die Antwort war ja. Das hat uns sehr viel gegeben.

Dieses Jahr war alles ein bisschen anders.

Gespräche, Feedback und neue Ideen

Was uns auf der h+h cologne am meisten begeistert, sind die Begegnungen. Wir haben mit Menschen gesprochen, die PatternScan Pro bereits nutzen, mit solchen, die es ausprobieren wollen, und mit vielen, die einfach neugierig waren.

Das Feedback war ehrlich und direkt, genau das, was wir brauchen. Besonders gefreut hat uns, dass Nutzende schon sehr konkrete Ideen mitgebracht haben, wie die App sich weiterentwickeln soll.

Zwei Themen sind besonders oft aufgetaucht. Das eine ist die Unterstützung von Knipsen, Fadenlauf-Linien und Abnähern direkt in der App, also nicht nur die Kontur eines Schnittteils, sondern alle Informationen, die auf einem Schnittmuster drauf sind. Das andere ist die Frage, wie man die Fotos besser hinbekommt. Wir haben dazu eine Idee: eine mobile App, ähnlich wie Scanner-Apps fürs Handy, die einen beim Fotografieren unterstützt, den richtigen Abstand anzeigt und warnt, wenn Lichtreflexionen die Erkennung beeinflussen könnten.

Maren und Rasmus beim Interview auf der hüh 2026

Unser Highlight: das Interview in der Talk Zone

Den Abschluss der Messe hat für uns ein besonderer Moment gebildet. Wir wurden eingeladen, in der Talk Zone ein Interview zu geben und über unsere Geschichte zu sprechen. Über die Idee hinter PatternScan Pro, über die schwierigen Momente, und darüber, was uns antreibt. Außerdem ging es darum, wie wir hoffen, durch unser Tool kreative Menschen dabei zu unterstützen, Schnitte selbst zu erstellen und damit den KI-Schnitten entschlossen entgegenzutreten.

Für alle, die nicht dabei waren, haben wir das komplette Interview hier aufgeschrieben. Viel Spaß beim Lesen. Und bei Fragen zu uns oder der App gerne direkt per Mail.

Interview: 12 Monate, 3 Krisen, 1 App

Maren studiert Modedesign an der HTW Berlin im 5. Semester und liebt alles Kreative mit den Händen, egal ob Stricken, Häkeln, Malen, Basteln oder natürlich Nähen. Rasmus studiert Service Design im Master, ebenfalls an der HTW. Im Bachelor hat er sich intensiv mit Produktentwicklung und Zielgruppenorientierung beschäftigt. Gemeinsam betreiben sie den YouTube-Kanal "Nähen mit Maren" und haben PatternScan Pro entwickelt.

Ihr macht Nähtutorials auf YouTube und verkauft Schnittmuster, dann habt ihr eine eigene App entwickelt. Wie kam es dazu?

Maren: Genau, jetzt schon vor drei Jahren haben wir angefangen, auf Englisch YouTube-Videos zu machen, und dann vor anderthalb Jahren auf Deutsch. Schon bei den englischen Videos haben wir gemerkt, dass es sehr gut ist, zu den Tutorials auch Schnittmuster zur Verfügung stellen zu können.

Ich fand es so anstrengend, meine Schnitte, die ich von Hand erstellt hatte, zu digitalisieren. Nachzeichnen in Illustrator geht ja sogar noch, aber entzerren, skalieren, das dauert einfach eine ganze Weile und ist nicht wirklich der Teil, der Spaß macht.

Rasmus: Und dann hat Maren mit mir darüber gesprochen, und weil ich gerade mit dem Bachelor fertig war, hatte ich Lust, mich dem anzunehmen. So eine richtig gute Lösung für "zuhause" gibt es nämlich sonst nicht zum Digitalisieren von Schnittmustern.

Für alle, die PatternScan Pro noch nicht kennen: Was macht die App, und wie funktioniert das?

Rasmus: Unser Tool nimmt im Grunde einen bestehenden Prozess und vereinfacht ihn radikal. Bisher musste man, um händisch erstellte Schnitte aus Papier oder Nessel zu digitalisieren, ein Foto machen, zum Beispiel auf einer Schneidematte. Dieses Foto musste dann entzerrt werden, skaliert auf die richtige Größe und manuell nachgezeichnet, um es dann digital weiterverarbeiten zu können.

Alternativen sind Großformat-Scans in Copyshops, dafür müssen die Schnitte aber erst aufgezeichnet werden. Oder so große Scantische. Das ist beides nichts für kleine Ateliers oder gar für zuhause.

PatternScan Pro macht genau das automatisch: Du fotografierst dein Schnittteil, die App erkennt die Konturen, entzerrt, skaliert und du kannst direkt exportieren, für CLO3D, Illustrator oder CAD-Software.

Unsere App in Aktion: automatische Schnittmusterdigitalisierung mit Perspektivkorrektur und Bearbeitungsfunktionen.

Vom ersten Prototypen bis heute: Was hat euch am meisten überrascht?

Rasmus: Die Komplexität. Am Anfang habe ich wirklich gedacht, dass das eine einfache Sache wird. Aber die Erkennung von Schnittteilen ist doch deutlich anspruchsvoller als gedacht.

Ein helles Schnittmuster auf dunklem Grund zu erkennen ist noch relativ einfach. Anspruchsvoll wird es an dem Punkt, an dem man sich Kriterien ausdenken muss, an welcher Stelle Punkte, Linien und Kurven sind. Ganz einfach wäre es, die Kontur durch Tausende Punkte darzustellen, das wäre reine Vektorisierung und das ist ein Klick in Illustrator. Das Besondere an unserer App ist, dass sie eine Vorentscheidung trifft: was gerade Linien sein sollen, was Kurven und wo Eckpunkte sind. Damit wird eine Anpassung ganz schnell möglich.

Ihr baut ein technisches Produkt für kreative Menschen. Wie stellt ihr sicher, dass die Technik nicht im Weg steht?

Maren: Die App ist total reduziert. Wir überlegen nicht: könnte es noch diese Funktion brauchen, oder könnte da noch ein Button hin. Alles in der Benutzeroberfläche muss sich seinen Platz wirklich verdienen. Wir glauben, dass in der Klarheit die Kraft liegt. Unser Tool soll sich in den Workflow von Kreativen einbetten und nicht ein weiteres Tool sein, das man erst "lernen" muss.

Rasmus: Unser Design- und Entwicklungsprozess ist 100% User Centered. Maren ist die Nutzerin, in so direkter Abstimmung ist Softwareentwicklung selten möglich.

Was war bisher der schwierigste Moment, und was hat euch weitergebracht?

Rasmus: Die App nutzt ein Schachbrettmuster, um die Perspektive zu korrigieren und zu skalieren. Ich habe digital nachgemessen an der Referenz, ob die Skalierung und Entzerrung funktioniert. Dann hat eine Testnutzerin sich gemeldet und meinte, dass sie das Schnittteil nachgemessen hat und dass es gar nicht stimmt von den Maßen.

Da ist uns aufgefallen, dass es noch eine weitere Verzerrung gibt: Linsenverzerrung durch die Kamera, die wir noch nicht berücksichtigt hatten. Diese wurde an der Referenz "korrigiert", aber nicht im ganzen Bild. Mittlerweile haben wir eine gute Lösung gefunden mit einem Kalibrierungsprofil, aber das war wirklich ein Schock.

Es gab keine Anleitung, wie man eine App baut für Schnittmuster-Digitalisierung. Das mussten wir alles selber herausfinden, und manchmal war es wirklich tricky. Ein anderer schwerer Moment war, als wir Schnittmuster-Erstellerinnen auf Instagram angeschrieben haben, weil wir nach Testnutzenden gesucht haben, und es so wirkte, als würden wirklich alle ihre Schnitte rein digital machen und mit Papier quasi gar nichts mehr zu tun haben wollen.

Zum Glück haben wir mittlerweile einige begeisterte Nutzende, die uns Kraft und Zuversicht geben, dass es ein tatsächlicher Anwendungsfall ist und Interesse daran besteht, Schnittmuster zu digitalisieren, auch in 2026. Wir haben nur teilweise wahrscheinlich bei der Zielgruppe an der falschen Stelle gesucht.

Eure Vision ist, analoge und digitale Workflows zu verbinden. Was meint ihr damit konkret?

Maren: Es gibt einen Trend, dass DIY-Schnittmuster rein digital erstellt werden, um möglichst effizient und einfach Schnitte zu entwickeln. Dabei wird häufig von einem Grundschnitt ausgegangen, wo dann ein paar Sachen abgeändert werden. Das hat durchaus seine Daseinsberechtigung, es muss ja nicht immer das Rad neu erfunden werden, gerade wenn es um Basic Pieces geht. Aber da kommt halt auch nichts Neues bei raus.

Wir finden, dass es mehr Freiheit im Design geben darf, Neues zu schaffen und zu gestalten, und das geht nur bedingt am Computer. Meine Überzeugung ist, dass Kreativität entsteht beim Tun, beim Zeichnen, Drapieren und Nähen, nicht beim Klicken am Computer. Und wer schon mal versucht hat, in einem 3D-Programm schöne Falten zu legen, der weiß, dass das an der Schneiderpuppe ein intuitiverer und natürlicherer Prozess ist.

Schlussendlich muss ein Schnitt für den professionellen Einsatz aber digital sein, zum Gradieren, zum Weiterverarbeiten, gegebenenfalls zum Verkaufen, wenn es um DIY-Schnittmuster geht. Und genau da wollen wir die Schnittstelle sein, zwischen der echten Handarbeit und dem Digitalen.

Digitalisierung wird oft als Ersatz für Handarbeit gesehen. Ihr seht das anders, warum?

Maren: Keiner hat Lust auf ein mit KI-gepromptetes Schnittmuster oder Design, das gegebenenfalls nicht mal getestet wurde. Es gibt im Internet zahlreiche Anleitungen, wie man KI-Schnitte erkennt, um sie zu vermeiden.

Wir sehen, dass aus Effizienzgründen immer weniger von Hand gemacht wird und mehr rein digital. Und unser Ansatz ist da nicht, den Kopf in den Sand zu stecken und zu denken: dann ist das halt so. Sondern deshalb haben wir eine Lösung entwickelt, die Handarbeit und Digitales verbindet. So ist das Beste aus beiden Welten möglich. Wir wollen Handarbeit nicht ersetzen, wir möchten sie schützen.

Was steht als nächstes an, worauf können wir uns freuen?

Rasmus: Die App ist natürlich ständig in der Weiterentwicklung. Konkret arbeite ich gerade daran, dass nicht nur die Konturen von Schnittteilen unterstützt werden, sondern dass auch Knipse, Taschen, Fadenlauf, Abnäher und so weiter eingezeichnet werden können.

Außerdem sind wir die ganze Zeit dabei, Feedback von Nutzenden einzuholen, um Dinge anzupassen. Wie sie funktionieren, aber auch einfach nur, wie sie erklärt sind, um den Prozess immer weiter zu vereinfachen.

Was wir gerade noch als größte Herausforderung sehen, ist das Machen der Fotos. Da ist gerade eine mobile App angedacht, die dabei unterstützt, das Foto zu machen. Man kennt es von Scanner-Apps fürs Handy. Sie soll dann beim perfekten Abstand Bescheid geben oder warnen, wenn Lichtreflexionen die Erkennung beeinflussen.

Wenn jemand jetzt denkt "Das könnte was für mich sein", wie fängt man am besten an?

Maren: Wir haben einen kostenlosen Testzeitraum, es gibt also gar keinen Grund, nicht einfach mal auszuprobieren, ob das was für einen ist.

Und wir würden uns sehr freuen, mit allen, die Interesse haben, ins Gespräch zu kommen, weitere Fragen zu beantworten. Und wer Lust hat, kann die App natürlich gerne direkt ausprobieren.

Maren und Rasmus nach dem Interview in der Talk Zone

Danke h+h, bis 2027!

Wir möchten uns noch einmal herzlich bei der h+h cologne bedanken, für die Einladung und die Möglichkeit, unsere Geschichte auf der Bühne zu erzählen und natürlich allen mit denen wir ins Gespräch gekommen sind.

Letztes Jahr, bei unserem ersten Besuch, war PatternScan Pro noch nicht öffentlich nutzbar. Wir hatten eine Idee, einen Prototypen und viele offene Fragen. Dieses Jahr haben wir Nutzende, haben Feedback aus der Praxis, und wissen viel besser, wer die App nutzt und warum.

Wir sind schon gespannt, wo wir stehen, wenn es heißt: h+h cologne 2027.

PatternScan Pro kostenlos testen? Hier geht's zum kostenlosen Testzeitraum Code: FREETRIAL. Fragen? Schreib uns auf Instagram @patternscanpro.

Rasmus Liebscher

Co-Founder & Entwickler

Rasmus ist Co-Founder von PatternScan Pro und entwickelt die App mit Fokus auf Präzision und intuitive Bedienung.

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