Die Passform beschreibt, wie ein Kleidungsstück am Körper sitzt: wo es anliegt, wo es Weite hat, und wie es sich verhält, wenn man sich bewegt.
Waagerechte Linien laufen waagerecht: Taillenlinie, Hüftlinie, Saum. Der Fadenlauf hängt senkrecht. Flächen liegen glatt, ohne Zugfalten, die auf eine Stelle zeigen, an der es spannt. Und das Kleidungsstück bleibt, wo es ist, wenn jemand den Arm hebt oder sich hinsetzt. Ein Teil, das im Stehen wunderbar sitzt und beim ersten Schritt kneift, passt nicht.
Passform ist nicht Enge, und Passform ist nicht Größe. Ein weiter Mantel kann genau passen, ein enges Kleid schlecht. Eine Größenangabe beschreibt eine Tabelle, keinen Menschen, und deshalb sitzen zwei Teile derselben Größe völlig unterschiedlich.
Drei Dinge machen sie aus: der Grundschnitt, der die Körperform trägt, die Bewegungszugabe, die über den Spielraum entscheidet, und der Stoff, der sich in jede Richtung anders verhält und beides wieder aufheben kann. Genau dafür gibt es das Probemodell. Es prüft die drei zusammen, bevor der gute Stoff zugeschnitten wird.
Passform steckt im Schnitt, nicht im Kleidungsstück. Ein Schnitt, der einmal gepasst hat, ist deshalb das, was sich zu sichern lohnt: Digital bleibt er genau so erhalten, während Papier vergilbt und das Probemodell im Schrank verschwindet.

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